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Schulen vor Strahlen schützen !?

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Einige Gedanken zu diesem fragwürdigen und sicher für die Steuerzahler nicht billigen Projekt, wie es in St.Oswald bei Freistadt durchgeführt wird.


Der Begriff Elektrosmog ist ein negativ besetztes Wort und ist leider zum Synonym für elektromagnetische Felder geworden. Es soll anscheinend an die Schadwirkungen von chemischen Umweltgiften erinnern. Smog ist ein Kunstwort aus Smoke und Fog , also Rauch und Nebel. Diese Assoziation ist sachlich unbegründet. Entscheidend, wie das Problem der elektromagnetischen Felder von der Bevölkerung wahrgenommen wird, ist die Darstellung und Diskussion in den Medien. So kann man z.B. wie weiter unten beschrieben, in der Freistädter Bezirksrundschau Nr.27 vom 8.Juli 2010 , von den “gefährlichen Strahlungen” des naheliegenden Handymastens lesen. Begründung gibt es keine – kann es auch keine geben, da alle bis jetzt durchgeführten, tausenden ernst zu nehmenden Studien, keinen Beleg für die Gefährlichkeit erbringen konnten. Interessantes zum Elektrosmog gibt es auch bei Esowatch zu lesen.

So entstand langsam im Hinblick auf die Gefährlichkeit der Handymasten in der Bevölkerung eine sehr verzerrte Wahrnehmung. Viele sehen in den Masten eine größere Bedrohung als vom Handy selbst, obwohl die Wirkung der elektromagnetischen Felder mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt.

Um Gefährdungen sicher auszuschließen, wurden von der WHO wissenschaftlich erarbeitete Grenzwerte herausgegeben. Ein Wissenschaftsbeirat des Österreichischen Verkehrsministeriums hat diese Studien nochmals reflektiert und überprüft und für Österreich übernommen. Diese Grenzwerte werden dauernd kontrolliert und natürlich auch eingehalten, bzw. oft um den Faktor 100 bis 1000 unterschritten.

 In der Bezirksrundschau Freistadt konnte man am 24.6.10 einen Artikel mit der Überschrift “Schule vor Strahlen schützen” lesen:

 ...”Diese Maßnahme soll ein Denkanstoß und ein Beispiel für zukünftige Bauprojekte sein, argumentiert man seitens der Gemeinde.”

Aha. Geld spielt ja (fast) keine Rolle in unseren Gemeinden. Wenn man sich wirklich bemüht und alle seriösen Quellen zur Information über die “Gefährlichkeit der Handymasten” ausschöpft, kommt man zur Überzeugung, dass der ganz große Teil der Wissenschaftler in den Handymasten keine Gefahr sieht. Es gibt auch keine (von den tausenden) ernst zu nehmenden Studien, die eine Gefährlichkeit belegen.

 Weiter liest man:

Nur rund 40 Meter vom Schulzentrum entfernt befindet sich ein Handy-Mast“, beschreibt Amtsleiter Josef Eder die Situation in St. Oswald. Messungen haben ergeben, dass die Strahlung zwar unter dem Grenzwert, aber doch relativ hoch ist.

Wenn der Grenzwert eingehalten wird – wozu dann der Aufwand ?

 “.... “Wir sind auf einen Schutzanstrich gestoßen, der Handystrahlung abfangen soll“, so Amtsleiter Eder.”

Naja, anscheinend ist man sich nicht so sicher, ob er es auch tut.

 Und weiter unten:

 ...”zur Wirkung des Schutzanstriches: „Es gibt schon gute Erfahrungen damit. Für die Fenster gibt es eine spezielle Schutzfolie, die neueren Fenster bieten ohnehin schon einen Schutz“, so der Dilpomingenieur im Gespräch mit der Bezirksrundschau.”

 Gut. Alles abgeschirmt ( oder wie man in der Bezirksrundschau Nr.27 lesen kann: man erhofft sich eine 99 prozentige Abschirmung von den “gefährlichen Strahlungen” des naheliegenden Handymastens) heißt aber auch, dass kein Handytelefonat von der Schule aus möglich ist!

Ist ja gar nicht schlecht, lassen die Schüler wenigstens ihre Handys zu Hause!

Sollte die Abschirmung jedoch nur teilweise funktionieren, so hat man (immer vorausgesetzt, man hat vor der Strahlung Angst) den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.

Handy und Funkmasten passen ihre Leistungen den Erfordernissen an. Das heißt, wird von der Schule aus ein Handytelefonat geführt, ist die Verbindung zum Mast schlecht. Die Abschirmung funktioniert (wenn sie funktioniert) in beide Richtungen. Daraufhin werden Mast und Handy ihre Sendeleistungen erhöhen, um die Verbindung sicherzustellen. Das bedeutet, innerhalb der Schule befindet sich wahrscheinlich dieselbe Feldstärke wie ohne Anstrich, und der Handytelefonierer hat eine größere Belastung am Kopf, als er mit einer guten Verbindung zum Mast hätte.

Wie gesagt, bei vollkommener Abschirmung gibt es kein Handytelefonat ( ich denke, da müsste aber auch das Dach abgeschirmt sein, oder die Dachbodendecke).

 Zum Schluss meint man:

St. Oswald ist die erste Schule im Bezirk und die zweite im Bundesland, die sich intensiv mit der Problematik der Strahlung von Masten auseinandersetzt und zu Maßnahmen greift. Man will auch einen Denkanstoß liefern und für künftige Bauprojekte mit gutem Beispiel voran gehen.”

 Bei der Auseinandersetzung mit der Problematik von Handymasten und mit der Abschirmung der elektromagnetischen Felder hat man anscheinend die Physik vergessen. Doch peinlich für eine Schule!

Mehr zum Thema Handy finden sie hier.


FAGU