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Aufklärung durch die Zuckerindustrie?!

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Hätten´s gern a Löfferl „β-D-Fructofuranosyl-α-D-Glucopyranosid“ in ihren Espresso?

Mit Slogans wie „Gusto auf Torte mit Cyclohexylsulfaminsäure?“ oder „Lust auf Eistee mit Stevia-Glycosiden E 960?“ wird momentan auf Plakaten gegen Lebensmittelinhaltsstoffe und für den ordinären Haushaltszucker Werbung gemacht.

Cyclohexylsulfaminsäure ist besser bekannt unter seinem Trivialnamen „Cyclamat“.

Tierversuche ließen vermuten, dass Cyclamat krebserregend sei, die Ergebnisse konnten jedoch in anderen Studien nicht bestätigt werden und Cyclamat gilt daher als völlig unbedenklich. Den negativen Ruf musste sich das Cyclamat allerdings behalten.

Würde die Zuckerindustrie ihr Produkt mit dem chemischen Namen bewerben, so würde das auch eher gefährlich klingen. Der Rohr- oder Rübenzucker zählt zu den Disacchariden und heißt mit Trivialnamen Saccharose. Seine richtige chemische Bezeichnung lautet allerdings β-D-Fructofuranosyl-α-D-Glucopyranosid“, Summenformel C12 H22 O11.

Jede Substanz, die irgendwo auf unserer Erde existiert, kann nach international vorgegebenen Regeln (von der IUPAC = International Union of Pure and Applied Chemistry) chemisch bezeichnet werden.

So heißt die Zitronensäure mit wissenschaftlichem Namen 3-Carboxy-3-hydroxy-pentandisäure oder das in jedem Haushalt verwendete Kochsalz Natriumchlorid.

Selbst Wasser könnte man als Dihydrogenmonoxid bezeichnen.

Stoffe, die häufig vorkommen oder Substanzen, deren Moleküle eine zu komplizierte Strukturformel haben, um ständig deren vollständigen systematischen Namen zu verwenden, erhalten oft Trivialnamen.

Da im täglichen Leben fast ausschließlich Trivialnamen verwendet werden, haben chemische Bezeichnungen für den Otto-Normal-Bürger immer einen negativen Beigeschmack (siehe auch hier).

Stevia-Glycosidhingegen klingt ja eigentlich nicht einmal so gefährlich.

Stevioside sind natürlich vorkommende Süßstoffe. Bei der oben angesprochenen Werbung wird aber die Tatsache ausgenützt, dass die seit Ende 2011 als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassenen Stevioside mit einer E-Nummer versehen wurden, was viele Konsumenten verunsichert.

Hinter dem Begriff der E-Nummern verbergen sich Lebensmittelzusatzstoffe, die nach den europäischen Vorschriften deklariert werden müssen (Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Emulgatoren,...).

Auch so banale Zusatzstoffe wie Carotinoide (die natürlichen Farbstoffe der Karotte), Zitronensäure oder die Ascorbinsäure (Vitamin C) finden sich in der Liste der E-Nummern.

Also: Sollten Sie an Diabetes leiden, ist es wahrscheinlich besser, wenn Sie zum Süßen Cyclohexylsulfaminsäure oder Stevia-Glycoside E 960 oder auch Aspartam-Acesulfam-Salz E 962 (kein Widerspruch) u.s.w nehmen, ansonsten können Sie mit „β-D-Fructofuranosyl-α-D-Glucopyranosid“ (Rohr-, oder Rübenzucker) süßen!

FABA