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Strahlung ist nicht gleich Strahlung

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Strahlung ist nicht gleich Strahlung

Zur ionisierenden Strahlung rechnet man alle Strahlungen, deren kinetische Energie (bei Teilchen) bzw. Quantenenergie (bei Wellen) ausreicht, um Elektronen – auch über Zwischenreaktionen – aus einem Atom oder Molekül herauszulösen. Dazu benötigt man im Allgemeinen Ionisationsenergien von mehr als etwa 5 Elektronenvolt (eV).

    Im elektromagnetischen Spektrum entspricht das Wellenlängen von weniger als etwa 200 nm; daher haben nur Gammastrahlung, Röntgenstrahlung und kurzwelligere Ultraviolettstrahlung genügend Quantenenergie, um Elektronen aus den Atomhüllen zu lösen und so auch Atombindungen aufzutrennen. Dagegen sind Radio-, Radar- und Mikrowellen, Infrarotstrahlung oder sichtbares Licht keine ionisierende Strahlung, denn sie können keine Moleküle (außer von speziellen, lichtempfindlichen Substanzen) dauerhaft verändern oder gar zerlegen. Moleküle, die durch so energiearme Photonen zerlegt würden, könnten unter Normalbedingungen nicht existieren.“ (Wikipedia)

    Im Zusammenhang mit Kernkraftwerken oder beim Castortransport von abgebrannten Kernbrennstoffen wird in der Öffentlichkeit heftig über die Wirkungen ionisierender Strahlung diskutiert.

Die Österr. Ärztekammer ist sich im Gegensatz zur WHO nicht so sicher, ob die Handystrahlung nicht doch gefährlich ist und gibt immer wieder Warnungen bzw. Ratschläge heraus, wie sich die Handyanwender vor dieser (durch keine ernstzunehmende Studie bewiesene) Gefahr schützen können. Hier im Blog von Ulrich Berger nachzulesen.

Auch an verschiedenen Schulen wird auf die Handygefahr hingewiesen und an einigen sogar unsinnige teure Abwehrmaßnahmen getätigt.
Leider liest man aber sehr selten bis nie in den Medien oder in Veröffentlichungen der Österr. Ärztekammer über die tatsächlichen Gefahren von ionisierender Strahlung, die Menschen durch Rauchen in sich aufnehmen.

Ob Schüler in Schulen darüber aufgeklärt werden kann ich nicht sagen. Doch wenn man bedenkt, wie viel Aufklärungsarbeit man mit dem Geld, welches beispielsweise zur unsinnigen Abschirmung einer Schule verwendet wird, leisten könnte um Jugendliche vor den Gefahren des Rauchens zu bewahren, kommt man doch ins Grübeln.

Die wenigsten Menschen wissen nämlich, dass man durch den Tabakrauch eine nicht geringe Menge an radioaktiver Strahlung aufnimmt. Ebenso ist das Radonproblem den meisten unbekannt.

Ich möchte hier jedoch über die Strahlenbelastung durch Rauchen informieren!

Im STANDARD - Printausgabe, 11. Jänner 2010 konnte man lesen:

Österreich ist "Weltmeister" unter den Rauchern

36,3 Prozent der Bevölkerung rauchen

Wien - Die Österreicher sind "Weltmeister" - bei der Raucherdichte. Wie das Nachrichtenmagazin Profil in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, belegt Österreich im Guinness World Records 2008 mit einem Raucheranteil von 36,3 Prozent in der Bevölkerung Platz eins in der Weltrangliste - vor Griechenland (35 Prozent) und Ungarn (23,8 Prozent). Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zigaretten ist allerdings in China und in einigen osteuropäischen Ländern höher als bei uns.

Das Einstiegsalter liegt in Österreich bereits bei elf Jahren - und es rauchen in Österreich auch schon mehr Mädchen als Buben: Bei den 15-jährigen Burschen liegt der Anteil der Rauchenden bei 24 Prozent, bei den gleichaltrigen Mädchen sind es immerhin bereits 26 Prozent.“

Die folgenden Zahlenwerte stammen aus einer Veröffentlichung der nationalen amerikanischen Strahlenschutzvereinigung, der NCRP (National Council on Radiation Protection and Measurement), und zwar aus dem NCRP-Report Nr.95.

Die Tabakpflanzen reichern aus dem Boden, aber vor allem über Blatthaare (Trichome) aus der Luft in der Hauptsache das radioaktive Blei 210 (Pb 210) und das radioaktive Polonium 210 (Po 210) in ihren Blättern an.

Aus der Anreicherung des Tabaks mit diesen Radionukliden resultiert für einen Raucher eine mittlere effektive Dosis von ca. 1,2 µSv pro Zigarette. Dieser Wert hängt natürlich von der Menge der radioaktiven Substanzen in der Zigarette und den Rauchgewohnheiten des Rauchers ab und ist daher nur als ein ungefährer Richtwert anzusehen. Die Lungendosis wird unter denselben Bedingungen mit ca. 14 µSv pro Zigarette angegeben. Für einen mittelstarken Raucher, der jeden Tag 20 Zigaretten raucht, ergeben sich damit jährliche Strahlenbelastungen von:

Äquivalenzdosis: 20x365x1,2 µSv = 8,8 mSv

Lungendosis: 20x365x14,5 µSv = 106 mSv

Zum Vergleich

  • die mittlere jährliche effektive Dosis aufgrund der natürlichen Strahlung beträgt auf Meereshöhe 2,4 mSv. Die effektive Dosis durch das Rauchen ist also mehr als 3mal so hoch.

  • die maximal erlaubte effektive Dosis für beruflich strahlenexponierte Personen beträgt 20 mSv pro Jahr und

  • die maximal zulässige effektive Dosis für die Normalbevölkerung soll 1 mSv pro Jahr nicht überschreiten.

Man geht davon aus, dass 80-90% aller Lungenkrebse auf das Rauchen insgesamt zurückzuführen sind, und davon wiederum ca. 50% auf die dargestellte Strahlenbelastung.
Die restlichen 10 % werden der Radonbelastung zugeschrieben.

FAGU